Sonntag, 17. Februar 2008

Blainville

Gewohnt haben wir bei Mireille, einer haitianischen Mama mit einem kleinen 2-jährigen, knopfäugigen Mädchen, Méliane. Sie hatte für jeden von uns ein schönes eigenes Zimmer, Bad-, Wohnzimmer- und Küchenmitbenutzung sowie Internet. Verständigung war zumindest mit Mireille auf englisch möglich, das kleine Mädel nur babbel-französisch. War aber nicht so tragisch, da wir schnell herausfanden, dass man grundsätzlich davon ausgehen konnte, dass sie nur "Qu'est-ce que tu fait" sagte und auch eher keine sinnige Antwort erwartete. Sie war zwar ganz niedlich, hatte aber ständig eine Rotznase und beim essen sollte man ihr tunlichst auch nicht zuschauen...




Cons erlangte bald auch Kompetenzen in der Kinderbetreuung:

Ankunft in Montréal

Montag Nachmittag gegen 15:30 - Ankunft über Zwischestation Zürich in Kanada: Müdigkeit, Schneesturm, Eiseskälte und eine Kamikazetaxifahrt durch die Rush Hour sollten uns erwarten. Stop and go im wahrsten Sinne des Wortes. Zumindest für die anderen Teilnehmer des Straßenverkehrs. Unser Taxifahrer wusste nicht nur nicht wohin er fahren sollte und drückte uns eine Straßenkarte in die Hand, nein, er wechselte auch noch ständig im Stau über mehrere Spuren unter Zuhilfenahme der Hupe und machte schlussendlich seine eigene Spur auf dem Grünstreifen auf! Und Blinken ist ja sowieso etwas für Anfänger. Die Straßenverkehrsregeln waren unter gegebenen Umständen und Wetterverhältnissen auch nicht direkt ersichtlich: War es das Recht des Staerkeren, des Schnelleren, oder des Originelleren?

Woche 1 in Ulm

Die erste Woche haben wir damit verbracht, uns am HQ in Ulm die Abteilung Strategie/Supply Chain Management näher anzusehen. Dies diente der Vorbereitung auf unseren Kanadaaufenthalt in der gleichen Abteilung. Die Mitarbeiter der Abteilung opferten jeweils etwa zwei Stunden um uns ihren Arbeitsbereich inhaltlich näher zu erläutern mit dem Ziel eine Verknüpfung der Planungsprozesse innerhalb der Supply Chain für uns zu schaffen. Dazu gehörten Kennzahlen, das Supply Chain Management Portal, Absatzplanung, Prognose, SCM Projekte, Planung (Grob- und Fein), das Feinplanungstool Schedule ++, das Lieferantenportal, Lieferantenintegration, internationale Projekte,… sowie auch exklusive Führungen durch die Materiallogistik, Wareneingang, Produktion (sowohl für feste, halbfest/flüssige als auch sterile Arzneimittel) und Konfektionierung und Lager (ein beeindruckendes neues und hochmodernes Hochregallager). Man kann sich die ganzen verschiedenen Teile der Prozesse und die Komplexität kaum vorstellen, wenn man das alles nicht gesehen hat.
Alle in der Abteilung sind wirklich nett und es herrscht eine gute Arbeitsatmosphäre, wo auch mal gelacht werden darf.
Die verschiedenen Themenbereicht wurden sehr schön strukturiert, sodass wir einen groben Überblick über die Planung, die Arbeitsinhalte und -weisen bekommen haben.
Fazit: komplex, interessant, freundlich, hilfreich, strukturiert